Forscherkolleg
"Antikenrezeption"






Das Forscherkolleg "Antikenrezeption" entwickelte sich aus dem 1996 an der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel durchgeführten und von Prof. Dr. Nikolaus Henkel (Universität Hamburg) geleiteten, rezeptionsgeschichtlich orientierten Sommerkursus "Antike - Spätantike - Europa".

Während die mehrtägigen Nachtreffen der Folgejahre 1997-1999 in Wolfenbüttel primär als Plattform dienten, um laufende Forschungsprojekte zu präsentieren und zur Diskussion zu stellen, wurden die Colloquia seit dem Jahr 2000 durch eine übergeordnete Themenstellung als Tagungen gestaltet und nach außen hin geöffnet. In diesen Tagungen wurden ausgehend von den einzelnene Beiträgen auch allgemeinere wissenschaftstheoretische Konzepte (Parodie- und Intertextualitätstheorie, Diskurstheorien) und ihre Anwendbarkeit diskutiert.

Das Kolleg setzt sich aus ehemaligen Sommerkursus-Mitgliedern und neu hinzugekommenen Wissenschaftlern zusammen, die die Bereiche Klassische Philologie und Mediävistik, die Neuphilologien, Theologie, Kunstgeschichte, Musikwissenschaft und die Geschichte der Naturwissenschaften vertreten. Durch diese breite Streuung ist es möglich, sich dem Komplex der Antikenrezeption im interdisziplinären Ausgriff anzunähern und die unterschiedlichen Formen und Funktionen des Umgangs mit der Antike aus verschiedenen Fachperspektiven heraus zu betrachten. Besonderes Augenmerk gilt dabei den komplexen Aneignungsprozessen der Antike, deren Bandbreite von der Übernahme antiker Traditionen über deren umformende Anverwandlung bis zu kritischer Abgrenzung reicht.

Durch die zum Teil auch im Ausland lebenden, forschenden und lehrenden Mitglieder (Schweiz, USA, Spanien, Belgien, Italien) ist eine internationale Ausrichtung des Kollegs und damit die Möglichkeit gegeben, bestimmte Phänomene der Antikenrezeption in einen länderverbindenden und -übergreifenden Kontext einzuordnen.